Aktuelles

 


 

 

Fichte (Picea abies) - Baum des Jahres 2017 

 

(  Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert:

Das Kuratorium der Dr. Silvius Wodarz Stiftung wählt jedes Jahr eine Baumart zum "Baum des Jahres". Für dieses Jahr wurde die Fichte ausgewählt.

Der folgende Link bringt Sie auf die Seite des Kuratoriums:

►      Baum des Jahres 2017

 

Wenn Sie mehr über die Baumart erfahren wollen, bringt Sie dieser Link auf die interessante Seite von "Wald.de":

►      Wissenswertes über die Fichte

  


 

Waldzustandsbericht 2016 

 

(  Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert:

Der aktuelle Waldzustandsbericht 2016 liegt vor: Das Eschensterben breitet sich in NRW aus - Verbesserung der Eiche setzt sich fort - Zustand der Buchen verschlechtert.

Die Landesregierung will mit einem eigenen Anzuchtprogramm das Aussterben der Esche in den Wäldern von Nordrhein-Westfalen verhindern. „Beobachtungen wie jetzt bei der Erhebung zum Waldzustandsbericht zeigen, dass sich die Erkrankung der Esche bei uns zunehmend ausbreitet und den Bestand massiv beeinträchtigt“, sagte Umweltminister Johannes Remmel bei der Vorstellung des diesjährigen Waldzustandsberichtes.

Video der Pressekonferenz zur Waldzustandserhebung 2016

So geht der zuständige Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen davon aus, dass mehr als 90 Prozent der Eschen in den Wäldern Nordrhein-Westfalens von einer europaweit grassierenden Pilzerkrankung befallen werden könnten. „Wenn wir hier nicht gegensteuern, wird die Esche aus unseren Wäldern endgültig verschwinden“, warnte Minister Remmel. Mit den privaten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern will das Land nun gesunde Eschen ausfindig machen, um resistentes Saatgut zu sichern und dieses dann in Samenplantagen zu züchten.

Neben der Esche zeigt sich im aktuellen Waldzustandsbericht vor allem die Buche wegen eines erneuten Mastjahres (starke Fruktifikation) in einem schlechteren Belaubungszustand als im vergangenen Jahr. Die Eiche hingegen verzeichnet hingegen im dritten Jahr in Folge einen Aufwärtstrend. Insgesamt sind aber nur 28 Prozent aller Bäume in NRW in einem guten Zustand, etwa 29 Prozent in einem schlechten.

 

                                                 ( Übersicht Kronenzustand / Wald und Holz NRW )

Die Waldzustandserhebung wurde im Jahr 1984 als Reaktion auf das damals diskutierte Waldsterben und die hohen industriellen Belastungen erstmals durchgeführt. In den ersten beiden Jahrzehnten des Waldzustandsberichts nahmen die Waldschäden durch Kronenverlichtung von Jahr zu Jahr zu. Erst seit dem Jahr 2000 stoppte diese Entwicklung und pendelte sich auf einem hohen Schadensniveau ein. Konnte im vergangenen Jahr eine Verbesserung des Waldzustands festgestellt werden, hat sich der Kronenzustand in 2016 in Bezug auf den gesamten Wald wieder etwas verschlechtert. „Unsere Wälder sind Alleskönner: Sie sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen und damit Teil des wilden Nordrhein-Westfalens. Sie dienen den Menschen zur Erholung und sind Produktionsstätten für den nachwachsenden Rohstoff Holz“, sagte Minister Remmel. „Wir müssen diesen Naturschatz daher schützen und bewahren. Die Waldzustandserhebung liefert uns wichtige Daten zur Entwicklung unserer Wälder.“ Während bei der ersten Waldzustandserhebung noch 59 Prozent der Bäume in NRW ohne Schäden und nur zehn Prozent in der höchsten Schadensklasse waren, liegt der Anteil 2016 von Bäumen ohne Schäden, wie schon im vergangenen Jahr, bei 28 Prozent. „Unsere Böden haben ein Langzeitgedächtnis, und auch heute finden wir noch die Spuren der industriellen Belastung der Vergangenheit. Aber es zeigt sich, dass die ambitionierte Umweltpolitik wirkt: Durch moderne Filter in den Industrieanlagen gehen die Luftbelastungen und damit auch die Belastungen in unseren Böden zurück. Der Wald heute muss neue Herausforderungen meistern, vor allem den Klimawandel“, sagte Minister Remmel.

 

                                                                      ( Kronenverlichtung in Stufen / Wald und Holz NRW )

Der Zustand der 4 wichtigsten Baumarten in der Übersicht

Bei der Buche ist es in diesem Jahr zu einer Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr gekommen. Die deutlichen Schäden haben sich bei den untersuchten Buchen auf 48 Prozent verdoppelt. Ohne Schädigungen waren lediglich 17 Prozent der Buchen. Hauptursache für die stärkere Kronenverlichtung war die erneut starke Fruchtbildung der Buche. In den vergangenen Jahrzehnten wurde beobachtet, dass die Jahre der Vollmast in immer kürzeren Abständen aufgetreten sind. Trat eine solche Vollmast in der Vergangenheit in einem Jahrzehnt höchstens zwei bis drei Mal auf, werden heute drei bis fünf Vollmasten pro Jahrzehnt beobachtet. Hauptursache könnte der Klimawandel sein. So hat sich laut dem 2. Klimawandelbericht NRW, der Anfang November vorgestellt wurde, die durchschnittliche Jahresmittel-Temperatur in NRW zwischen 1881 und 2015 um 1,4 Grad Celsius erhöht. Die Eiche hingegen konnte sich auch in diesem Jahr weiter erholen. Der Anteil der Bäume ohne jede Verlichtung stieg von 19 auf 30 Prozent und die Bäume mit deutlichen Schäden sanken von 40 Prozent auf 29 Prozent. „Trotz dieser Erholung in den vorherigen Jahren ist es noch zu früh, von einer Entwarnung zu sprechen. Die Eiche bleibt weiterhin das Sorgenkind unserer Wälder“, sagte Minister Remmel. Seit 2013 hat sich die Kiefer in kleinen Schritten verbessert. So wurde auch in diesem Jahr im Vorjahresvergleich eine Abnahme der deutlichen Schäden von 16 Prozent auf jetzt 13 Prozent verzeichnet. Der Anteil der Bäume ohne Kronenverlichtung ist sogar von 16 auf 22 Prozent gestiegen. Wie auch in den Vorjahren ist die Kiefer in NRW die Hauptbaumart mit der geringsten Kronenverlichtung. Der Zustand der Fichte im NRW-Wald hat sich Im Vergleich zu den Vorjahreswerten nur wenig verändert. Die deutliche Kronenverlichtung ist von 28 Prozent auf 30 Prozent gestiegen. Die Warnstufe sowie der Anteil der gesunden Bäume haben jeweils einen Prozentpunkt verloren. Es konnte eine mittlere Intensität der Zapfenbildung beobachtet werden. „Dieses Jahr zeigt uns deutlich, dass die Vegetationszeiten immer wärmer und länger werden. Wir beobachten genau, inwieweit der Wald sich diesen neuen Bedingungen anpasst. Der Wald in NRW konnte den Stress recht gut ausgleichen“, ergänzt Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW. „Aber unsere Wälder aktiv an die klimatischen Veränderungen anzupassen, das ist die Mammutaufgabe des 21. Jahrhunderts für unsere Forstleute und die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in NRW. Mit dem Wissen unserer Expertinnen und Experten gestalten wir klimaplastische Wälder mit einer angepassten Mischung aus Laub- und Nadelbaumarten. Dabei setzen wir auch auf nicht heimische Baumarten wie die Douglasie oder die Roteiche, die sich als sehr widerstandsfähig erwiesen haben und daher gut nach NRW passen.“

Nach den Aussagen von Lutz Falkenried, dem Leiter der Waldzustandserhebung von Wald und Holz NRW, hat sich in diesem Jahr der Zustand im gesamten Wald im Vergleich zum Vorjahr wieder etwas verschlechtert. „Dabei müssen die einzelnen Baumarten aber auch getrennt beurteilt werden. Buche und Fichte ging es in diesem Jahr etwas schlechter, Eiche und Kiefer haben sich hingegen weiter erholt. Besonders der starke Samenanhang mit Bucheckern hat 2016 das Gesamtergebnis des Waldes geprägt“, sagte Falkenried.

  

                                                                                                                         (Lutz Falkenried / Wald und Holz NRW)  

Verbraunte Baumkronen

Ab etwa Anfang September war vielerorts zu beobachten, dass sich Baumkronen vorzeitig braun verfärbten. Davon betroffen waren überwiegend Laubbäume, besonders sichtbar wurde es bei Ahornen und Hainbuchen. Auslöser für diese frühzeitige Herbstbild der Baumkronen war ein partieller Wassermangel in Folge der plötzlichen trocken-heißen Wetterlage ab Mitte/Ende August. Dabei dürfte auch die Sonnenintensität eine Rolle gespielt haben. Durch das abrupt auftretende heiße Wetter konnten sich die Bäume nicht gut anpassen und waren den veränderten Wetterbedingungen übergangslos ausgesetzt. Weil die vorzeitigen Braunfärbungen der Blätter erst nach Abschluss der Außenaufnahmen für das Kronenmonitoring Ende August aufgetreten sind, gehen sie in die Ergebnisse des diesjährigen Waldzustandsberichtes nicht ein.

Waldzustandsbericht 2016 - Kurzfassung (pdf-Download)

  


 

Mut zur Fichte - Augen auf beim Weihnachtsbaumkauf

 

 

( Stefan Befeld / Wald und Holz NRW ) 

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert: 

Bäume aus Durchforstung kaum noch im Angebot / Nordmanntanne viel beliebter als die heimische Fichte / Wald und Holz NRW empfiehlt Bäume aus naturverträglichem Anbau

Weihnachtsbäume kamen lange Zeit aus den heimischen Wäldern. Sie waren ein Nebenprodukt der Forstwirtschaft: Das Schlagen der Bäume diente der Waldpflege, indem schwächere Bäume aus den dichten Jungbeständen entnommen wurden. Die verbleibenden Bäume bekamen so mehr Licht und Platz und konnten sich besser entwickeln.

Das hat sich heute verändert. 90 Prozent aller Weihnachtsbäume stammen mittlerweile aus eigens dafür angelegten Weihnachtsbaumkulturen. Direkt aus dem Wald geschlagene Exemplare aus Durchforstung gibt es kaum noch. „Das hängt vor allem mit der Baumauswahl der Kunden zusammen. Nordmanntannen sind heute mit großem Abstand am beliebtesten, auch weil sie eine besonders schöne Wuchsform ausbilden und wenig nadeln. Diese Baumart stammt aber aus dem Kaukasus und kommt in unseren Wäldern ursprünglich nicht vor“, erklärt Edgar Rüther, Leiter des Regionalforstamtes Soest-Sauerland in Rüthen. 2013 war die Nordmanntanne nach Auskunft der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) mit mehr als 71 Prozent der mit Abstand beliebteste Weihnachtsbaum. Dann folgten die Blaufichte mit 15 Prozent, sonstige Fichten mit sieben Prozent und die Edeltanne/Nobilistanne mit drei Prozent. Nur noch fünf Prozent der verkauften Bäume wurden über die Waldbewirtschaftung direkt aus dem Wald entnommen. Das sind dann meistens Fichten, Weißtannen und Kiefern.

Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 Hektar bundesweit die größte Anbaufläche von Weihnachtsbäumen, gefolgt von Schleswig-Holstein und Niedersachsen. „Jeder dritte Weihnachtsbaum stammt aus dem Sauerland, damit ist die Region Südwestfalen das wichtigste Anbaugebiet in Europa“, sagt Stefan Befeld, Sprecher von Wald und Holz NRW.Wer einen guten Weihnachtsbaum sucht, sollte diesen am besten ortsnah kaufen. Dann ist die Chance am größten auch einen frischen Baum zu bekommen. „Viele Bäume, die im Baumarkt erhältlich sind, werden wochenlang im Kühlhaus gelagert. Sie verlieren dann im Haus sehr schnell ihre Nadeln und wirken nicht mehr frisch“, erläutert Edgar Rüther.

Etwa 24,5 Millionen Weihnachtsbäume stehen nach Erhebungen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern. Zum Fest bevorzugen die meisten Menschen einen tiefgrünen, möglichst geraden Baum mit dichtem Astkranz. Weil die Nachfrage danach hoch ist, sind immer mehr eigens angelegte Monokulturen entstanden, auf denen genau solche Bäume produziert werden. Das Problem: Oft werden hier massiv Pflanzenschutzmittel eingesetzt sowie Dünger und Wachstumshormone. „Bei Weihnachtsbäumen gibt es heute eine der Landwirtschaft ähnelnde industrielle Produktion mit Konkurrenz beispielsweise aus Polen und Dänemark. Der Preisdruck ist enorm und auch deshalb rechnet es sich für heimische Förster nicht mehr, Weihnachtsbäume aus Durchforstung anzubieten“, erklärt Rüther.

Werden in Monokulturen Pflanzenschutzmittel, zum Beispiel gegen Insekten oder Mäuse eingesetzt, schadet man auch den Nützlingen. Auch Gräser, Kräuter und Stauden, die normalerweise unter einem Nadelbaum wachsen, werden mit Herbiziden weggespritzt. Nachhaltig wirtschaftende Betriebe setzen dafür spezielle Sensen und Mäher oder besondere Schafrassen wie die englischen Shropshire-Schafe ein. Das ist jedoch aufwendig und kostet Geld, das nicht jeder Kunde bereit ist zu zahlen.

Edgar Rüther empfiehlt dennoch, Bäume aus Weihnachtsbaumplantagen zu kaufen, die möglichst naturverträglich arbeiten oder sogar mit einem Bio-Siegel zertifiziert sind. Die Umweltorganisation Robin Wood aktualisiert jedes Jahr kurz vor dem ersten Advent ein Verzeichnis, das deutschlandweit Anbieter listet, deren Bäume mit Bio-, Bioland-, Naturland-, Demeter- oder FSC-Siegel ausgezeichnet sind: Robin Wood

Seit 2015 gibt es zudem eine PEFC-Zertifizierung für nachhaltig bewirtschaftete Weihnachtsbaumkulturen. Diese sind unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkte nachhaltig erzeugt worden. Die deutschlandweit ersten drei Zertifikate wurden im Juni 2015 in Schmallenberg-Oberrarbach an drei Weihnachtsbaumproduzenten aus dem Sauerland übergeben.

Geerntet werden Weihnachtsbäume übrigens im Alter von acht bis zwölf Jahren. Am gefragtesten sind Exemplare mit einer Höhe von 1,80 bis 2,50 Meter, passend zur Höhe des eigenen Wohnzimmers.

„Für einen guten Baum muss man auch 2016 mit einem Preis von circa 20 Euro pro Meter rechnen“, schätzt Edgar Rüther. Heimische Blaufichten seien dagegen bereits für 13 bis 14 Euro pro Meter zu bekommen, Fichten noch etwas günstiger.

Die Fichte bleibt aber für manchen nach wie vor das Synonym für den Weihnachtsbaum. Auch Edgar Rüther wirbt für das heimische Gehölz. „Die Nordmanntanne riecht nicht und bietet somit weniger sinnliches Erlebnis. Das ist bei einer Fichte ganz anders, wenn sich schon nach kurzer Zeit die Tannine entfalten und der ganze Raum nach Nadelbaum duftet.“ In diesem Jahr gibt es noch einen besonderen Grund sich für die Fichte als Weihnachtsbaum zu entscheiden: Sie ist der Baum des Jahres 2017.

Interessante Informationen rund um die Fichte finden Sie auf unserem Poster: Fichte

Die Forstleute von Wald und Holz NRW bieten für Naturliebhaber in den Wochen in verschiedenen Regionen Fichten zum Selberschlagen und Mitnehmen an. Termine werden in Kürze auf unserer Internetseite bekanntgegeben.

 


 

Farbenprächtiges Naturschauspiel im Wald

 

( Stefan Befeld / Wald und Holz NRW )  

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert:  

 

 

Mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings tauchen zunächst einzelne Blüten in Weiß, Blau oder Gelb auf dem Waldboden auf. Schon wenige Tage später bilden sich ganze Teppiche aus Buschwindröschen, Leberblümchen und Schlüsselblumen über dem braunen Laub des Vorjahres.

Bei Spaziergängen sollte der Blick daher unbedingt nach unten schweifen. Frühjahrsblüher wachsen in unglaublicher Geschwindigkeit mit üppigen Blüten. Das ist jedes Jahr aufs Neue ein geheimnisvolles Naturschauspiel. Zu entdecken sind zurzeit weiße Buschwindröschen (Anemone nemorosa), schwefelgelbe Waldschlüsselblumen (Primula elatior), dottergelbes Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), blaue Leberblümchen (Hepatica nobilis), violette Veilchen (Violaceae) oder der vielfarbige Lerchensporn (Corydalis cava).

Eine Grundregel für Waldbesucher lautet: Nur gucken, nicht anfassen! Frühjahrsblüher im Wald stehen unter Naturschutz und dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden. Die Blumen haben ohnehin nur ein sehr enges natürliches Zeitfenster, in dem sie blühen und sich vermehren können. Deshalb sollten sie immer an ihrem Standort belassen werden. Als Blumenstrauß halten die kleinen Waldblüten ohnehin nur sehr kurz. Auch sind Insekten und insbesondere Hummeln auf den Pollen und Nektar der ersten Blüten angewiesen.

Botaniker nennen die krautigen Frühblüher Geophyten. Das leitet sich aus dem Griechischen ab, "Ge" für Erde und "Phyton" für Pflanze. Weil sie im Winter völlig verschwunden sind, ist ihr Geheimnis unter der Erde zu suchen.  Als Überwinterungsorgane kommen Zwiebeln (beim Bärlauch), Knollen (beim Scharbockskraut) oder Wurzelstöcke (beim Buschwindröschen) vor, die für die Frühjahrsblüher eine überlebenswichtige Funktion haben: In ihnen sind Nährstoffe und Energie gespeichert, die trotz der noch niedrigen Temperaturen im März und April ein schnelles Wachstum ermöglichen.  

Geschwindigkeit ist für die kleinen Blumen am Waldboden das Allerwichtigste. Schon im Mai, wenn die Bäume mit den frisch ausgetriebenen Blättern kein Licht mehr an den Boden lassen, muss von der Befruchtung bis zur Samenreife alles erledigt sein.  Bei dicht belaubten Baumkronen erreichen nur noch Bruchteile des vollen Tageslichtes den Waldboden und machen die Photosynthese für viele Arten dort unmöglich. Die meisten Arten ziehen sich dann wieder in die Erde zurück und warten auf ihren nächsten Auftritt im nächsten Frühling. Einige Frühblüher aber wie Kriechender Günsel, Waldmeister, Waldbingelkraut und Lungenkraut behalten ihre Blätter auch später im Schatten des belaubten Waldes. Obwohl dann nur etwa zwei Prozent der Sonnenstrahlen den Waldboden erreichen, können diese Pflanzen ihren Stoffwechsel entsprechend umstellen und auch in der lichtarmen Zeit ausreichend Photosynthese betreiben.

Die Vielfalt der Wald-Flora begeistert die Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW jedes Frühjahr aufs Neue. Die Wald-Schlüsselblume (Primula elatior) verdankt ihrem Namen der Pflanzenform, die einem Schlüsselbart ähnelt. Dagegen erinnern Knolle und Blütenform des Hohlen Lerchensporns (Corydalis cava) an die Krallen des gleichnamigen Vogels. Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) kommt in unseren Breiten häufig vor und bildet in feuchten Laubwäldern große Blütenteppiche. Die weißen Sternblüten öffnen sich aber nur bei schönem Wetter.

Blühen in einem Wald viele Geophyten-Arten, zeigt das oft alte Eichen- und Buchenbestände an. Unter den Frühjahrsblühern gelten insbesondere Waldbingelkraut und Leberblümchen als Zeigerarten für historisch alte Wälder. So nennt die Forstwissenschaft Bestände, die seit mehreren hundert Jahren fortwährend bewaldet sind.

Das blaue Leberblümchen gehört zu den am frühesten blühenden Arten. Es erhielt seinen Namen aufgrund der Blattform, die an die menschliche Leber erinnert. In der Signaturenlehre der Naturmedizin glaubte man früher, Krankheiten können durch Pflanzen geheilt werden, die menschlichen Organen ähneln. Wie viele andere Waldpflanzen nutzt auch das Leberblümchen Ameisen, um sich zu vermehren. Dabei haben es die Ameisen nicht auf den Samen selbst abgesehen. Vielmehr lockt ein daran befestigter Ölkörper, das so genannte Elaiosom, die Ameisen mit Duftstoffen an. Die Ameisen transportieren den Samen zu ihrem Nest, fressen aber nur den Ölkörper. So tragen sie zur Verbreitung der Pflanzensamen bei. „Es muss also viel zusammenkommen, damit Geophyten wie Leberblümchen wachsen und sich ausbreiten können.

Nicht wenige Vorkommen sind übrigens auch dadurch verschwunden, weil die hübschen Pflanzen verbotenerweise ausgegraben wurden, um sie im eigenen Garten anzusiedeln. Dabei wachsen die meisten Geophyten im Hausgarten gar nicht, weil ihnen dort die spezifischen Bedingungen des Waldbodens fehlen. Waldpflanzen gehören in den Wald und Gartenpflanzen in den Garten.

 


 

Einschränkungen für Gehölzschnitt ab 1. März 

  

( Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )  

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert:

Vom 1. März bis zum 30. September gelten vielerorts strenge Vorschriften für die Baum- und Gehölzpflege. Grund dafür ist die Fortpflanzungszeit der heimischen Tierwelt. Vor allem außerhalb des Waldes greifen die strengen Vorschriften. Im Garten- und Parkbereich dürfen Gebüsche, Hecken und andere Gehölze nicht abgeschnitten werden. Baumfällungen in Gärten sind nach Bundesnaturschutzgesetz erlaubt, es gelten jedoch teils regional sehr unterschiedliche Regelungen. Wer im Garten die Säge an den Stamm setzt, sollte sich vorher bei der zuständigen Stadtverwaltung (Umweltamt) informieren. Erlaubt ist es weiterhin, Hecken und Bäume wieder vorsichtig in Form zu bringen, indem die Jahrestriebe eingekürzt werden. Der „Dreitagebart“ darf also gestutzt werden. Vor allem wenn die Bäume Brut- und Nistplätze geschützter Arten beherbergen, ist das Fällen der Bäume nur mit Außnahmegenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde zulässig.

Wichtig: Waldflächen sind von diesen Verboten ausgenommen. Hier dürfen weiterhin Bäume gefällt werden. Dieser Unterschied führt jedes Jahr zu Missverständnissen. Und gerade in den vergangenen Jahren, wurde der Ton im Wald schärfer. Nicht nur einmal wurden in den letzten Jahren Forstleute und Waldbesitzer bei Fällarbeiten persönlich angegangen. Dass Waldarbeiter von Spaziergängern angepöbelt werden, ist vor allem in Ballungsregionen fast schon an der Tagesordnung.Während in Gärten und Städten die Gehölze regelmäßig jedes Jahr stark beschnitten und gepflegt werden, gibt es im Wald langjährige Ruhephasen, in denen kein Baum gefällt wird. Damit kommt es viel seltener zu Störungen der Tiere in ihrer sensiblen Fortpflanzungsphase. Des Weiteren fehlt bei Gartengrün, Hecken und Einzelbäumen oft eine Alternative für die Tiere. Fällt im Wald ein Baum, finden sich in der Nachbarschaft noch ausreichend Brut- und Nistplätze. In der Stadt sind Hecken und Sträucher wichtige Inseln für unsere Tiere, besonders für die heimischen Vögel. In der Waldbewirtschaftung gibt es übrigens auch strenge Regeln zum Artenschutz. So prüfen Försterinnen und Förster, ob Sie die Bäume wie geplant fällen dürfen, ohne dabei bestimmten Tierarten zu schaden. Geht das nicht, bleibt der Baum stehen.  

 


   

Gefahr im Wald

 

( Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )

Das verhältnismäßig kleine Sturmtief "Niklas" hat auch im Wald der Region Bielefeld seine Spuren hinterlassen. Kronen- und Astabbrüche sowie angeschobene Bäume und Wurzelteller sind die Folgen. Die Schäden finden sich zwar eher einzeln und nicht flächig, aber sie können doch ein erhebliches Gefahrenpotential  bedeuten. Deshalb sollten alle Waldbesucher ganz besonders umsichtig den Wald betreten. Meiden Sie unbedingt konkrete Gefahrensituationen.

 


 

Plagegeister auf dem Vormarsch

Jetzt sind sie wieder unterwegs, die Zecken. Der milde Winter und der warme Temperaturverlauf begünstigen die Entwicklung der Plagegeister. Welche Gefährdung von ihnen ausgehen kann und welche Möglichkeiten der Prävention oder Behandlung bestehen, finden Sie auf der folgenden Internetseite: 

►  Zecken-Info

 


 

Holz ist einfach genial!

 

Unter diesem unscheinbaren Titel hat die Schweizer-CO2-Bank einen grandiosen Kurzfilm produzieren lassen und ins Internet eingestellt.

Das Video zeigt einen live entstehenden, rasant und witzig gestalteten  Zeichentrickfilm zum Thema Wald-Holz-Umweltbelastung.

Dieser Kurzfilm schafft es auf ganz neue Weise, die sehr komplexe Verflechtung des  ernsthaften Themas verständlich, informativ, aber nicht belehrend zu erklären.

   

       ( © CO2 Bank Schweiz )

 


 

Infos zum Wetter und Warnmeldungen  

 

 

( Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )

Der "Deutsche Wetterdienst" bietet das ganze Jahr über auf seinen Internetseiten aktuelle Info-Artikel zum Thema Klima und Wetter an. Die Seiten sind sehr ausführlich gestaltet und können kostenlos genutzt werden.

► Startseite "Deutscher Wetterdienst"

► Klima und Umwelt

► Waldbrandgefahren-Index

 


   

                         ( Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )  


  

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Stand: Juli 2017