Aktuelles 


 

Orkantief "Friederike" hat zugeschlagen - Lebensgefahr im Wald!

 

( Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )

Das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe informiert: 

Das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe hat sich auf Grund der Verhältnisse und Gefahrenpotentiale entschieden, für die Wälder in den Kreisen Minden-Lübbecke, Herford, Lippe, Gütersloh und der Stadt Bielefeld ein absolutes Betretungsverbot für den Wald anzuordnen. Dieses Betretungsverbot gilt der Gefahrenabwehr, also dem Schutz aller Bürgerinnen und Bürger. Es gilt ausnahmslos für alle Waldbereiche, also auch für Waldflächen, die nicht extra durch Schilder oder Sperren gekennzeichnet sind. Das Betretungsverbot ist zunächst bis zum 31. Januar festgeschrieben.

Das Regionalforstamt bittet alle Bürgerinnen und Bürger sich verantwortungsvoll zu verhalten und die Anordnung zu akzeptieren, denn die Gefahren sind für den Laien nicht immer und eindeutig erkenn- und nachvollziehbar. In vielen Bereichen besteht absolute Lebensgefahr durch abgebrochene oder angeschobene Bäume, durch Kronenteile und Äste sowie durch aufgeklappte Wurzelteller.  

Das Regionalforstamt wird die Gefahrensituation permanent beobachten und je nach Entwicklung und Zustand die Verbotsanordnung verlängern.

 


 

Ess-Kastanie (Castanea sativa) - Baum des Jahres 2018 

 

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert:

Das Kuratorium der Dr. Silvius Wodarz Stiftung wählt jedes Jahr eine Baumart zum "Baum des Jahres". Für dieses Jahr wurde die Ess-Kastanie / Edelkastanie (Castanea sativa) ausgewählt.

Der folgende Link bringt Sie auf die Seite des Kuratoriums:

►      Baum des Jahres 2018

 

Wenn Sie mehr über die Baumart erfahren wollen, bringt Sie dieser Link auf die interessante Seite von "Wald.de":

►      Wissenswertes über die Ess-Kastanie

  


 

Mut zur Fichte - Augen auf beim Weihnachtsbaumkauf

 

 

( Stefan Befeld / Wald und Holz NRW ) 

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert: 

Bäume aus Durchforstung kaum noch im Angebot / Nordmanntanne viel beliebter als die heimische Fichte / Wald und Holz NRW empfiehlt Bäume aus naturverträglichem Anbau

Weihnachtsbäume kamen lange Zeit aus den heimischen Wäldern. Sie waren ein Nebenprodukt der Forstwirtschaft: Das Schlagen der Bäume diente der Waldpflege, indem schwächere Bäume aus den dichten Jungbeständen entnommen wurden. Die verbleibenden Bäume bekamen so mehr Licht und Platz und konnten sich besser entwickeln.

Das hat sich heute verändert. 90 Prozent aller Weihnachtsbäume stammen mittlerweile aus eigens dafür angelegten Weihnachtsbaumkulturen. Direkt aus dem Wald geschlagene Exemplare aus Durchforstung gibt es kaum noch. „Das hängt vor allem mit der Baumauswahl der Kunden zusammen. Nordmanntannen sind heute mit großem Abstand am beliebtesten, auch weil sie eine besonders schöne Wuchsform ausbilden und wenig nadeln. Diese Baumart stammt aber aus dem Kaukasus und kommt in unseren Wäldern ursprünglich nicht vor“, erklärt Edgar Rüther, Leiter des Regionalforstamtes Soest-Sauerland in Rüthen. 2013 war die Nordmanntanne nach Auskunft der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) mit mehr als 71 Prozent der mit Abstand beliebteste Weihnachtsbaum. Dann folgten die Blaufichte mit 15 Prozent, sonstige Fichten mit sieben Prozent und die Edeltanne/Nobilistanne mit drei Prozent. Nur noch fünf Prozent der verkauften Bäume wurden über die Waldbewirtschaftung direkt aus dem Wald entnommen. Das sind dann meistens Fichten, Weißtannen und Kiefern.

Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 Hektar bundesweit die größte Anbaufläche von Weihnachtsbäumen, gefolgt von Schleswig-Holstein und Niedersachsen. „Jeder dritte Weihnachtsbaum stammt aus dem Sauerland, damit ist die Region Südwestfalen das wichtigste Anbaugebiet in Europa“, sagt Stefan Befeld, Sprecher von Wald und Holz NRW. Wer einen guten Weihnachtsbaum sucht, sollte diesen am besten ortsnah kaufen. Dann ist die Chance am größten auch einen frischen Baum zu bekommen. „Viele Bäume, die im Baumarkt erhältlich sind, werden wochenlang im Kühlhaus gelagert. Sie verlieren dann im Haus sehr schnell ihre Nadeln und wirken nicht mehr frisch“, erläutert Edgar Rüther.

Etwa 24,5 Millionen Weihnachtsbäume stehen nach Erhebungen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern. Zum Fest bevorzugen die meisten Menschen einen tiefgrünen, möglichst geraden Baum mit dichtem Astkranz. Weil die Nachfrage danach hoch ist, sind immer mehr eigens angelegte Monokulturen entstanden, auf denen genau solche Bäume produziert werden. Das Problem: Oft werden hier massiv Pflanzenschutzmittel eingesetzt sowie Dünger und Wachstumshormone. „Bei Weihnachtsbäumen gibt es heute eine der Landwirtschaft ähnelnde industrielle Produktion mit Konkurrenz beispielsweise aus Polen und Dänemark. Der Preisdruck ist enorm und auch deshalb rechnet es sich für heimische Förster nicht mehr, Weihnachtsbäume aus Durchforstung anzubieten“, erklärt Rüther.

Werden in Monokulturen Pflanzenschutzmittel, zum Beispiel gegen Insekten oder Mäuse eingesetzt, schadet man auch den Nützlingen. Auch Gräser, Kräuter und Stauden, die normalerweise unter einem Nadelbaum wachsen, werden mit Herbiziden weggespritzt. Nachhaltig wirtschaftende Betriebe setzen dafür spezielle Sensen und Mäher oder besondere Schafrassen wie die englischen Shropshire-Schafe ein. Das ist jedoch aufwendig und kostet Geld, das nicht jeder Kunde bereit ist zu zahlen.

Edgar Rüther empfiehlt dennoch, Bäume aus Weihnachtsbaumplantagen zu kaufen, die möglichst naturverträglich arbeiten oder sogar mit einem Bio-Siegel zertifiziert sind. Die Umweltorganisation Robin Wood aktualisiert jedes Jahr kurz vor dem ersten Advent ein Verzeichnis, das deutschlandweit Anbieter listet, deren Bäume mit Bio-, Bioland-, Naturland-, Demeter- oder FSC-Siegel ausgezeichnet sind: Robin Wood

Seit 2015 gibt es zudem eine PEFC-Zertifizierung für nachhaltig bewirtschaftete Weihnachtsbaumkulturen. Diese sind unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkte nachhaltig erzeugt worden. Die deutschlandweit ersten drei Zertifikate wurden im Juni 2015 in Schmallenberg-Oberrarbach an drei Weihnachtsbaumproduzenten aus dem Sauerland übergeben.

Geerntet werden Weihnachtsbäume übrigens im Alter von acht bis zwölf Jahren. Am gefragtesten sind Exemplare mit einer Höhe von 1,80 bis 2,50 Meter, passend zur Höhe des eigenen Wohnzimmers.

„Für einen guten Baum muss man auch 2017 mit einem Preis von circa 20 Euro pro Meter rechnen“, schätzt Edgar Rüther. Heimische Blaufichten seien dagegen bereits für 13 bis 14 Euro pro Meter zu bekommen, Fichten noch etwas günstiger.

Die Fichte bleibt aber für manchen nach wie vor das Synonym für den Weihnachtsbaum. Auch Edgar Rüther wirbt für das heimische Gehölz. „Die Nordmanntanne riecht nicht und bietet somit weniger sinnliches Erlebnis. Das ist bei einer Fichte ganz anders, wenn sich schon nach kurzer Zeit die Tannine entfalten und der ganze Raum nach Nadelbaum duftet.“ 

Die Forstleute von Wald und Holz NRW bieten für Naturliebhaber in den Wochen in verschiedenen Regionen Fichten zum Selberschlagen und Mitnehmen an. Termine werden in Kürze auf unserer Internetseite bekanntgegeben.

 


 

Farbenprächtiges Naturschauspiel im Wald

 

( Stefan Befeld / Wald und Holz NRW )  

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert:  

 

 

Mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings tauchen zunächst einzelne Blüten in Weiß, Blau oder Gelb auf dem Waldboden auf. Schon wenige Tage später bilden sich ganze Teppiche aus Buschwindröschen, Leberblümchen und Schlüsselblumen über dem braunen Laub des Vorjahres.

Bei Spaziergängen sollte der Blick daher unbedingt nach unten schweifen. Frühjahrsblüher wachsen in unglaublicher Geschwindigkeit mit üppigen Blüten. Das ist jedes Jahr aufs Neue ein geheimnisvolles Naturschauspiel. Zu entdecken sind zurzeit weiße Buschwindröschen (Anemone nemorosa), schwefelgelbe Waldschlüsselblumen (Primula elatior), dottergelbes Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), blaue Leberblümchen (Hepatica nobilis), violette Veilchen (Violaceae) oder der vielfarbige Lerchensporn (Corydalis cava).

Eine Grundregel für Waldbesucher lautet: Nur gucken, nicht anfassen! Frühjahrsblüher im Wald stehen unter Naturschutz und dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden. Die Blumen haben ohnehin nur ein sehr enges natürliches Zeitfenster, in dem sie blühen und sich vermehren können. Deshalb sollten sie immer an ihrem Standort belassen werden. Als Blumenstrauß halten die kleinen Waldblüten ohnehin nur sehr kurz. Auch sind Insekten und insbesondere Hummeln auf den Pollen und Nektar der ersten Blüten angewiesen.

Botaniker nennen die krautigen Frühblüher Geophyten. Das leitet sich aus dem Griechischen ab, "Ge" für Erde und "Phyton" für Pflanze. Weil sie im Winter völlig verschwunden sind, ist ihr Geheimnis unter der Erde zu suchen.  Als Überwinterungsorgane kommen Zwiebeln (beim Bärlauch), Knollen (beim Scharbockskraut) oder Wurzelstöcke (beim Buschwindröschen) vor, die für die Frühjahrsblüher eine überlebenswichtige Funktion haben: In ihnen sind Nährstoffe und Energie gespeichert, die trotz der noch niedrigen Temperaturen im März und April ein schnelles Wachstum ermöglichen.  

Geschwindigkeit ist für die kleinen Blumen am Waldboden das Allerwichtigste. Schon im Mai, wenn die Bäume mit den frisch ausgetriebenen Blättern kein Licht mehr an den Boden lassen, muss von der Befruchtung bis zur Samenreife alles erledigt sein.  Bei dicht belaubten Baumkronen erreichen nur noch Bruchteile des vollen Tageslichtes den Waldboden und machen die Photosynthese für viele Arten dort unmöglich. Die meisten Arten ziehen sich dann wieder in die Erde zurück und warten auf ihren nächsten Auftritt im nächsten Frühling. Einige Frühblüher aber wie Kriechender Günsel, Waldmeister, Waldbingelkraut und Lungenkraut behalten ihre Blätter auch später im Schatten des belaubten Waldes. Obwohl dann nur etwa zwei Prozent der Sonnenstrahlen den Waldboden erreichen, können diese Pflanzen ihren Stoffwechsel entsprechend umstellen und auch in der lichtarmen Zeit ausreichend Photosynthese betreiben.

Die Vielfalt der Wald-Flora begeistert die Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW jedes Frühjahr aufs Neue. Die Wald-Schlüsselblume (Primula elatior) verdankt ihrem Namen der Pflanzenform, die einem Schlüsselbart ähnelt. Dagegen erinnern Knolle und Blütenform des Hohlen Lerchensporns (Corydalis cava) an die Krallen des gleichnamigen Vogels. Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) kommt in unseren Breiten häufig vor und bildet in feuchten Laubwäldern große Blütenteppiche. Die weißen Sternblüten öffnen sich aber nur bei schönem Wetter.

Blühen in einem Wald viele Geophyten-Arten, zeigt das oft alte Eichen- und Buchenbestände an. Unter den Frühjahrsblühern gelten insbesondere Waldbingelkraut und Leberblümchen als Zeigerarten für historisch alte Wälder. So nennt die Forstwissenschaft Bestände, die seit mehreren hundert Jahren fortwährend bewaldet sind.

Das blaue Leberblümchen gehört zu den am frühesten blühenden Arten. Es erhielt seinen Namen aufgrund der Blattform, die an die menschliche Leber erinnert. In der Signaturenlehre der Naturmedizin glaubte man früher, Krankheiten können durch Pflanzen geheilt werden, die menschlichen Organen ähneln. Wie viele andere Waldpflanzen nutzt auch das Leberblümchen Ameisen, um sich zu vermehren. Dabei haben es die Ameisen nicht auf den Samen selbst abgesehen. Vielmehr lockt ein daran befestigter Ölkörper, das so genannte Elaiosom, die Ameisen mit Duftstoffen an. Die Ameisen transportieren den Samen zu ihrem Nest, fressen aber nur den Ölkörper. So tragen sie zur Verbreitung der Pflanzensamen bei. „Es muss also viel zusammenkommen, damit Geophyten wie Leberblümchen wachsen und sich ausbreiten können.

Nicht wenige Vorkommen sind übrigens auch dadurch verschwunden, weil die hübschen Pflanzen verbotenerweise ausgegraben wurden, um sie im eigenen Garten anzusiedeln. Dabei wachsen die meisten Geophyten im Hausgarten gar nicht, weil ihnen dort die spezifischen Bedingungen des Waldbodens fehlen. Waldpflanzen gehören in den Wald und Gartenpflanzen in den Garten.

 


 

Einschränkungen für Gehölzschnitt ab 1. März 

  

( Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )  

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert:

Vom 1. März bis zum 30. September gelten vielerorts strenge Vorschriften für die Baum- und Gehölzpflege. Grund dafür ist die Fortpflanzungszeit der heimischen Tierwelt. Vor allem außerhalb des Waldes greifen die strengen Vorschriften. Im Garten- und Parkbereich dürfen Gebüsche, Hecken und andere Gehölze nicht abgeschnitten werden. Baumfällungen in Gärten sind nach Bundesnaturschutzgesetz erlaubt, es gelten jedoch teils regional sehr unterschiedliche Regelungen. Wer im Garten die Säge an den Stamm setzt, sollte sich vorher bei der zuständigen Stadtverwaltung (Umweltamt) informieren. Erlaubt ist es weiterhin, Hecken und Bäume wieder vorsichtig in Form zu bringen, indem die Jahrestriebe eingekürzt werden. Der „Dreitagebart“ darf also gestutzt werden. Vor allem wenn die Bäume Brut- und Nistplätze geschützter Arten beherbergen, ist das Fällen der Bäume nur mit Außnahmegenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde zulässig.

Wichtig: Waldflächen sind von diesen Verboten ausgenommen. Hier dürfen weiterhin Bäume gefällt werden. Dieser Unterschied führt jedes Jahr zu Missverständnissen. Und gerade in den vergangenen Jahren, wurde der Ton im Wald schärfer. Nicht nur einmal wurden in den letzten Jahren Forstleute und Waldbesitzer bei Fällarbeiten persönlich angegangen. Dass Waldarbeiter von Spaziergängern angepöbelt werden, ist vor allem in Ballungsregionen fast schon an der Tagesordnung.Während in Gärten und Städten die Gehölze regelmäßig jedes Jahr stark beschnitten und gepflegt werden, gibt es im Wald langjährige Ruhephasen, in denen kein Baum gefällt wird. Damit kommt es viel seltener zu Störungen der Tiere in ihrer sensiblen Fortpflanzungsphase. Des Weiteren fehlt bei Gartengrün, Hecken und Einzelbäumen oft eine Alternative für die Tiere. Fällt im Wald ein Baum, finden sich in der Nachbarschaft noch ausreichend Brut- und Nistplätze. In der Stadt sind Hecken und Sträucher wichtige Inseln für unsere Tiere, besonders für die heimischen Vögel. In der Waldbewirtschaftung gibt es übrigens auch strenge Regeln zum Artenschutz. So prüfen Försterinnen und Förster, ob Sie die Bäume wie geplant fällen dürfen, ohne dabei bestimmten Tierarten zu schaden. Geht das nicht, bleibt der Baum stehen.  

 


    

Plagegeister auf dem Vormarsch

Jetzt sind sie wieder unterwegs, die Zecken. Der milde Winter und der warme Temperaturverlauf begünstigen die Entwicklung der Plagegeister. Welche Gefährdung von ihnen ausgehen kann und welche Möglichkeiten der Prävention oder Behandlung bestehen, finden Sie auf der folgenden Internetseite: 

►  Zecken-Info

 


 

Infos zum Wetter und Warnmeldungen  

 

 

( Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )

Der "Deutsche Wetterdienst" bietet das ganze Jahr über auf seinen Internetseiten aktuelle Info-Artikel zum Thema Klima und Wetter an. Die Seiten sind sehr ausführlich gestaltet und können kostenlos genutzt werden.

► Startseite "Deutscher Wetterdienst"

► Klima und Umwelt

► Waldbrandgefahren-Index

 


   

                ( Andreas Roefs / Wald und Holz NRW )  


  

          Kontakt                               Links                                Impressum

     

Stand: Januar 2018